Pressemitteilung zu "ÖDP-Nachgefragt..." vom 02.05.2013

mit dem Thema "Energiewende und Stromnetze" und dem Referenten Dr. Roland Dietrich

„ÖDP – Nachgefragt…“:  Vortrag von Dr. Roland Dietrich mit lebhafter Diskussion

Unter dem Motto „ÖDP – Nachgefragt…“  begrüßte der Kreisvorsitzende und Landtagskandidat der Ökologisch-Demokratischen Partei, Bernd Runge, Mitglieder und Interessierte zu einem Abend mit Vortrag und angeregter Diskussion.

Um Energiewende und Stromnetze ging es bei dieser ersten Veranstaltung, mit dem Referenten Dr. Roland Dietrich vom Bayreuther Stromnetzbetreiber Tennet GmbH.

Nachdem Dietrich in seinem Referat die Zuhörer in die Struktur des deutschen Stromnetzes eingeführt hatte,  zeigte er die derzeitigen Problematiken für die Stromnetzbetreiber auf.  Die erneuerbaren Energien könnten zwar einen großen Teil des Energiebedarfs theoretisch bereits decken, jedoch gebe es in der praktischen Umsetzung einige große Schwierigkeiten. Zum einen schwankten die Einspeisungen aufgrund von unterschiedlichen Wetterverhältnissen stark, weshalb es zu großen Ungenauigkeiten bei der Prognose der Stromerzeugung komme. Zur Abdeckung der sogenannten Grundlast würden daher „zuverlässigere“ Stromerzeuger wie Atom- oder Kohlekraftwerke gebraucht. Zum anderen sei auch ein  regional unausgeglichenes Verhältnis zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch Ursache für Probleme, da der Strom nicht dort hergestellt werde, wo er verbraucht werde (beispielsweise bei Windparks in der Nordsee) und somit über weite Strecken transportiert werden müsse, eine Herausforderung, für die das Stromnetz nicht ausgelegt sei.

Schon während des Vortrages kam es zu einer lebhaften, aber konstruktiven Diskussion über Lösungsansätze.

Landtagskandidat Bernd Koppe warf der Politik vor, dass sie viel zu spät auf das absehbare Szenario instabiler Netze reagiert hätte. Vor allem die Speicherung von überschüssigem Strom wurde zu lange vernachlässigt.

Wolfgang Holland-Götz sah auch im Biogas die Möglichkeit zur Stabilisierung der Netze, da dieses als Möglichkeit zur Abdeckung der Grundlast, anstelle von Atom- und Kohlstrom, verwendet werden könnte. Die Netzproblematik sei kein technisches Problem, sondern ein Problem fehlgeleiteter Fördermaßnahmen.

Martin Schütze favorisierte eine großtechnische Speicherung von Windstrom im Gasnetz mit „Power to Gas“. Das Gasnetz könne sehr große Energiemengen aufnehmen.

Andere Teilnehmer setzten mehr auf dezentrale Lösungen. Der Strom sollte in räumlicher Nähe erzeugt werden, wo er auch verbraucht wird. „Dann könnten wir uns die teuren Leitungen von Nord- nach Süddeutschland sparen“.

Roland Dietrich kritisierte die extrem hohen Kosten für die geplanten Windkraft Offshore Anlagen. Sie seien sehr teuer und in Norddeutschland gebe es schon jetzt zu viel Storm. So fallen für jeden Park Netzanbindungskosten von ca. 1Mrd. Euro an. Auch die geplanten Leitungen von Nord- nach Süddeutschland werden mit der Offshore Windenergie begründet. Alles zusammen macht die Offshore Windkraft zur teuersten aller erneuerbaren Energien. Als weitere Lösungsansätze nannte der Referent den Ausbau von Speichertechnologien, den Netzausbau, die Entwicklung „smarter“ Technologien und Energieeffizienz.

Die ÖDP spricht sich in ihrem Programm klar für eine Energiewende aus. Angesichts der damit verbunden Probleme wurde der Ruf nach einer Vision laut, auf deren Umsetzung hingearbeitet werden könnte.

Alles in allem war es ein sehr informativer Abend, der die aktuellen Probleme aus neutraler Sicht eines objektiven Dritten (Dr. Dietrich) benannte und Lösungsmöglichkeiten diskutierte. Das Ziel muss nun sein, eine Vorstellung zu entwickeln, wie man die angesprochenen Probleme in den Griff bekommt. Dass an diesem Abend keine perfekte Lösung für die Energiewende gefunden werden konnte zeigt dabei nur, dass die Thematik zu komplex ist, als dass man in 2 Stunden zur Lösung kommen könnte.

Der ÖDP-Kreisverband Bayreuth bietet „ÖDP – Nachgefragt…“ in regelmäßigen Abständen an. Der nächste Vortrag mit Diskussion findet am 20. Juni 2013 um 20.00 Uhr zum Thema „Intelligent Wasser sparen – aber wie?“ statt.


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