Pressemitteilung
Gemeinwohl-Ökonomie für Politik und Bürger
Eckersdorf. Wie kommen wir in unserer Gesellschaft zu mehr Gemeinwohl und Gerechtigkeit? Mit diesem Thema beschäftigte sich die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP), die Regionalgruppe Gemeinwohl-Ökonomie und das Evangelische Bildungswerk Oberfranken während einer Veranstaltung in der Gaststätte Reservistenheim Eckersdorf.
Gerechtigkeit, Ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz - dass das keine Tagträume sind zeigte Experte Thomas Groß bei seinem Vortrag rund um das Thema Gemeinwohl-Ökonmie
Die Politik entscheidet über das Gemeinwohl
ÖDP-Kreisvorsitzender Bernd Koppe betonte den entscheidenden Einfluss der Politik auf das Gemeinwohl. Die Politik setze die Rahmenbedingungen für den Staat. Beispielsweise durch Steuern, Abgaben, Prämien und Zuschüsse, Grenzwerte, Verbote und Vorschriften, inneren und äußeren Frieden, Gerechtigkeit und Demokratie. All diese Punkte müssten auf den Prüfstand, ob sie die Gesellschaft in Richtung Gemeinwohl voranbringen, oder ob sie Egoismus fördern und der Klientelpolitik für Lobbyisten dienten.
„Wir brauchen unabhängige Politiker für eine verfassungsgemäße gemeinwohlorientierte Politik.“ Dagegen spräche beispielsweise,
wenn Abgeordnete gleichzeitig in Aufsichtsräten sitzen,
- die Abhängigkeit der etablierten Parteien von Großspendern,
- der Lobbyismus und
- das Verhindern von Volksentscheiden auf Bundesebene.
Die Gemeinwohl-Ökonomie als Alternative
Thomas Groß von der Regionalgruppe Gemeinwohl-Ökonomie berichtete in seiner Präsentation über die Umsetzung in Unternehmen, Kommunen und bei Einzelbürgern.
Die Gemeinwohl-Ökonomie verfolgt dabei die Ziele Gerechtigkeit, Ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz, Mitentscheidung, Menschenwürde und Solidarität.
Anhand der Gemeinwohl-Matrix zeigte er welche Unterziele die Unternehmen, Kommunen und Einzelbürger für eine Zertifizierung erfüllen müssten. Groß erläuterte einige Beispiele von den 125 Unternehmen, die sich bis 2022 zertifizieren ließen.
Koppe zeigte das Zertifikat der ÖDP für deren Zertifizierung. „Wir sind die einzige Partei, die sich zertifizieren ließ. Die anderen Parteien sollten es uns gleichtun.“
Gemeinwohl versus Oligarchen - kann das funktionieren?
Der stellvertretende ÖDP-Kreisvorsitzende Markus Lenk aus Eckersdorf leitete die anschließende Diskussion. Von den Zuhörern wurden neben Zustimmung auch Bedenken wegen der Mächtigkeit amerikanischer Oligarchen wie beispielsweise Peter Thiel oder Elon Musk geäußert. Thomas Groß entgegnete, dass der Staat nach wie vor über die Gestaltung der Rahmenbedingungen alle Möglichkeiten habe. Man dürfe aber die Macht nicht an diese Multimilliardäre abgeben. Das wäre tatsächlich Demokratie gefährdend.
Auf die Frage, ob es sich bei der Gemeinwohl-Ökonomie um eine Marktwirtschaft oder Planwirtschaft handelt, antwortete Koppe, dass eine reine Marktwirtschaft soziale, ökologische und ethische Aspekte nicht kenne. Letztlich sei die Gemeinwohl-Ökonomie eine Weiterentwicklung der ökologisch–sozialen Marktwirtschaft um weitere ethische Aspekte.
Bedenken wurden auch geäußert, dass es nichts bringe, wenn nur einzelne Menschen mitmachen würden. Markus Lenk entgegnete, dass jeder Beitrag zählt und man jeden Beitrag - auch den eigenen - für sein Wohlbefinden positiv herausheben sollte.
Das Fazit von Thomas Groß war, dass neben den Rahmenbedingungen der großen Politik auch jeder Einzelne gefragt ist, sich für ein wertebasiertes Wirtschaften einzusetzen und mit gutem Beispiel vorzuleben. Damit auch von der Basis aus mehr Gemeinwohl in der Gesellschaft entsteht.
