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Pressemitteilung

KI - Existenzielle Gefahren oder große Chancen?

Wohin steuern wir bei künstlicher Intelligenz? Zwei Präsentationen über Existenzbedrohungen durch KI und die Frage, ob die Daten das neue Kapital seien.

Fiktives Rechenzentrum (KI-generiert)

Darstellung von einem fiktiven Rechenzentrum (KI-generiert)

Bayreuth. Mit der KI steuern wir auf grundlegende Veränderungen in unserer Lebens- und Wirtschaftsweise zu. Unsere Gesellschaft wird in 15 Jahren ganz anders aufgebaut sein. „Wir wollen alle die Vorzüge der KI nutzen, aber derzeit läuft einiges in eine existenzbedrohende Richtung“, so ÖDP-Kreisvorsitzender Bernd Koppe während einer gemeinsamen Veranstaltung der Ökologisch-Demokratischen Partei Bayreuth (ÖDP) und der Regionalgruppe Gemeinwohl-Ökonomie. Seine Aussage untermauerte er im

  1. KI-Gigantismus oder Natur- und Klimaschutz.
  2. Sozialer Abstieg oder Gesellschaftliche Anpassungen.
  3. KI-Kontrollverlust oder Sicherheit und Europäische Unabhängigkeit.
  4. KI-Waffen oder Frieden und internationale Sicherheit

Rechenzentrums Gigantismus und seine ökologischen Folgen

Insbesondere die geplanten und im Bau befindlichen riesigen Rechenzenten seien für Natur und Klima eine Katastrophe. Die Größten verbrauchten etwa so viel Strom wie eine Millionenstadt. Außerdem werde Unmengen an Wasser für die Kühlung benötigt und riesige Landflächen – auch für die Stromerzeugung – verbraucht. Leider unterstützen Bundesregierung und EU diesen Gigantismus durch Förderprogramme. Dabei wäre es viel sinnvoller das Geld für Energiesparprogramme auszugeben. Damit Deutschland Vorreiter beim Energiesparen wird, sollte der sparsame Betrieb und die Forschung zum Energiesparen bei Rechenzentren gefördert werden. Ein Zuhörer unterstützte dies: „Wir brauchen kleine, energiesparende Lösungen. Deutschland ist das Land der Hidden Champions und der Nischenlösungen.“

ÖDP-Bezirksvorsitzender Erich Wohnig ergänzte, dass Deutschland Vorreiter bei energiesparender KI werden sollte, die später auf andere Märkte adaptiert wird.

Zukunftsfähige Sozialsysteme und Bildung

Koppe führte weiter aus, dass sich mit der zunehmenden Verbreitung von KI unsere Gesellschaft grundlegend verändern werde. Den Menschen ist noch gar nicht bewusst, was da auf uns zukommt. Insbesondere die Sozialsysteme und die Bildung müssen sich an die zukünftigen Anforderungen anpassen. „Mit einem WEITER SO wird Deutschland noch mehr den Anschluss verlieren und unsere Kinder erhalten keine zukunftsfähige Bildung.“

KI außer Kontrolle

Die jüngsten Sicherheitsvorfälle mit KI hätten gezeigt, dass die Gefahr besteht, die Kontrolle über die KI zu verlieren. Deshalb sei es für uns umso wichtiger, dass die Sicherheitsvorgaben aus der Europäischen KI-Verordnung (AI-Act der EU) auch konsequent überwacht und Verstöße geahndet werden. „Wenn den US-Tech-Konzernen nachgegeben wird, entsteht Korruptionsverdacht. Ohne Sicherheit nützen die ganzen Vorteile der KI nichts“ so Koppe.

Stellv. ÖDP-Kreisvorsitzender Markus Lenk hob die Gefahr von Falschinformationen hervor. Diese würden maschinell durch die KI erstellt, und im Internet verbreitet. Echte Falschmeldungen müssten konsequent geahndet werden. Die Meinungsfreiheit, als wichtiges demokratisches Element, müsse aber auch erhalten bleiben.

Koppe hob auch hervor, dass Europa bei der KI von der USA und China unabhängiger werden müsse. Die Voraussetzung für eine stärkere Rolle Europas, sei dass wir bei Forschung und Entwicklung besser zusammenarbeiten und bei staatlichen Beschaffungen europäische Lösungen bevorzugen. Winfried Karls bekräftigte diese Forderung: „Der Staat soll gezielt europäische KI- Unternehmen (Beispielsweise Mistral) unterstützen. Amerikanische Firmen handeln mit Userdaten und hätten lasche Vorstellungen zum Datenschutz.“

KI-Waffen ächten

Für Koppe seien die KI-Waffen schreckliche Mordwerkzeuge. In der Ukraine, in Israel und im Iran werde die künstliche Intelligenz im praktischen Kriegseinsatz erprobt. Stattdessen sollte der Einsatz von KI für Kriegszwecke weltweit geächtet werden. Bis dorthin sei es aber noch ein langer Weg, denn es müssten im Vorfeld die Kriege beendet und Vertrauen aufgebaut werden. Deshalb sei es ein fataler Fehler der Bundesregierung, den Pfad der Diplomatie verlassen zu haben. „Deutschland sollte wieder seine frühere Rolle als Friedensvermittler in der Welt einnehmen“ .

Herausforderungen für die Wirtschaft

In der zweiten Präsentation beschäftigte sich Thomas Groß von der Regionalgruppe Gemeinwohl-Ökonomie mit der Frage, welche Herausforderungen die Wirtschaft zu bewältigen hat, um die Künstliche Intelligenz dem Gemeinwohl dienlich zu machen. Kontrovers wurde die Frage diskutiert, ob die Daten das neue Kapital seien. Groß begründete das damit, dass die KI elementar von den Daten abhängig sei. Ohne die Daten können die generativen KI-Systeme nicht funktionieren und kein Geld verdienen.

Es gelte Innovationen durch Gründerzentren zu fördern, und das Wagniskapital in Deutschland behalten. Der Mut zur Selbständigkeit müsse gefördert werden.

Gerade kleinere Unternehmen sollten durch Zusammenarbeit Synergien im Bereich der KI ausnutzen. Weil oft Erfahrung und Wissen fehle, drohten die kleineren Unternehmen in Rückstand zu geraten.

Am Ende war das Fazit von Groß: „KI bringt für das Wirtschaften bestimmt Vorteile! Lernen müssen wir werteorientiert mit ihr umzugehen, zum Nutzen unseres Gemeinwohls“.

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